4. Antragstellung

Wo gibt es finanzielle Unterstützung?
Seit 1987 ist der Gesetzgeber verplichtet, Schwerbehinderte bei der Erreichung ihres Arbeitsplatzes finanziell zu unterstützen.

Die Leistungen umfassen:

  •     Zuschüsse zur Beschaffung eines Kraftfahrzeuges,
  •     Übernahme der Kosten für behinderungsbedingte Zusatzausstattung,
  •     Zuschüsse zum Erwerb der Fahrerlaubnis und
  •     Leistungen in Härtefällen (z. B. zu Kosten für Reparaturen, Beförderungsdienste).

Wo stelle ich den Antrag?
Hol dir die Antragsunterlagen bei der richtigen Behörde:

  •     Integrationsamt, wenn du selbstständig bist
  •     Agentur für Arbeit, wenn du weniger als 15 Jahre angestellt bist bzw. in die Rentenkasse einzahlst
  •     Deutsche Rentenversicherung, wenn du länger als 15 Jahre angestellt bist bzw. in die Rentenkasse einzahlst

Seit 2002 gibt es sogenannte Service-Stellen, die dich unterstützen, die richtige Behörde für deinen Antrag zu finden. Ich hatte davon keine Ahnung und habe meinen Antrag zunächst bei der falschen Stelle eingereicht. Er wurde dann nach drei Wochen weitergeleitet.
Wann stelle ich den Antrag?
Egal ob Bezuschussung zur Neuanschaffung eines Fahrzeugs, von Kraftfahrzeughilfen oder dem Führerschein – den Antrag sollte man so früh wie möglich stellen. Es macht nichts, wenn wichtige Unterlagen wie Kostenvoranschlag oder medizinische Gutachten noch nicht vorliegen.
Die zuständige Behörde wird dir dann in einem Schreiben und/oder telefonisch mitteilen, welche Unterlagen noch benötigt werden.

Wichtig: Bespreche unbedingt mit deinem Umrüster, welche Qualifikationen ein Gutachter haben muss (z.B. muss ein Arzt, der deine Fahreignung begutachtet eine „verkehrsmedizinische Zusatzqualifikation“ haben) und auf welche Formulierungen es im Gutachten ankommt. Damit ersparst du dir jede Menge Missverständnisse. Viele Verfahren ziehen sich aufgrund von unklaren Formulierungen in Gutachten und Anträgen in die Länge.

Offenheit hilft
Meiner Erfahrung nach ist es am besten, der zuständigen Behörde so viele Informationen wie möglich zu übergeben. Es hilft allen, wenn der Sachbearbeiter sich ein klares Bild über deine Situation machen kann. Vergiss nicht, dass an der anderen Seite des Hörers jemand sitzt, der dich und deine Behinderung nicht kennt und mit dem dich ein Ziel verbindet: Die optimalen Hilfsmittel für den Transport zu und von deinem Arbeitsplatz zu finden. Mit Verständnis, Ehrlichkeit, aber auch klar geäußerten Wünschen und Vorstellungen kommst du schneller als Ziel, als mit Renitenz und vagen Aussagen. Also möglichst viele Gutachten, Arztbriefe (auch Arztberichte länger zurückliegender Untersuchungen), damit deine gesundheitliche Situation deutlich wird.

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